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Lokführerpool für Baden-Württemberg

Lokführer gefällig? Ab Juni 2021 können Eisenbahnverkehrsunternehmen in Baden-Württemberg fehlende Lokführer aus einem landeseigenen Pool leihen. Diese stammen von DB Regio und werden zum Teil neu ausgebildet, die Kosten hierfür trägt das Land. Das Unternehmen hat den Zuschlag im Vergabeverfahren des Landes erhalten und wird vorerst bis 2025 insgesamt 50 Lokführer zur Verfügung stellen.

Die Verteilung auf die Unternehmen, die das Personal einsetzen wollen, erfolgt durch die landeseigene Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), die Preise bestimmt DB Regio selbst, um somit die Auslastung des Pools optimal steuern zu können. Das DB-Unternehmen kann zudem nicht abgerufene Lokführer selbst einsetzen. Falls aus der Tätigkeit des Pools Verluste entstehen, trägt das Land davon 50 Prozent, umgekehrt erhält es im Falle eines positiven Saldos eine Rückzahlung auf die geleistete Finanzierung der Ausbildung in Höhe von 50 Prozent.

Damit unterscheidet sich das jetzige System deutlich von früheren Planungen des Landes, für die seinerzeit bei der ersten Ausschreibung kein wirtschaftliches Angebot eingegangen war. Das Ziel bleibt allerdings gleich: Zugausfälle infolge von Personalmangel zu reduzieren.

Gleich bleibt auch die Einschätzung von mobifair dazu: Es handelt sich um eine umständliche Lösung für ein Problem, das zu einem großen Teil hausgemacht ist. Durch einen geschützten Personalübergang für alle Beschäftigten, faire Lohn- und Sozialstandards und die Vorgabe von Ausbildungsquoten und -Anreizen hätte der Aufgabenträger schon viel früher dem Personalmangel und der mangelnden Wechselbereitschaft der Beschäftigten bei Betreiberwechseln entgegentreten können und müssen. Das rächt sich nun und Unternehmen, die zu knapp kalkuliert haben, erhalten vom Land Unterstützung, damit die von ihnen geschuldeten Verkehre halbwegs aufrechterhalten werden können. mobifair hofft daher, dass die kurze Laufzeit des Lokführerpools von nur vier Jahren ein Zeichen dafür ist, dass man in Baden-Württemberg künftig diese Fehler vermeidet und bei Ausschreibungen mehr auf Qualität und Zuverlässigkeit setzt statt nur auf den Preis.