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Fachveranstaltung der SPNV-Aufgabenträger – Klimaschutz und Wettbewerb im Fokus

Die 21. Fachveranstaltung des Bundesverbands SchienenNahverkehr (BSN), die am 1. Juli stattfand, hat vor allem die Themen Zukunft des SPNV, Klimaschutz und Wettbewerb in den Vordergrund gestellt. Dirk Schlömer und Christian Gebhardt nahmen für mobifair an der Veranstaltung teil, zusammen mit rund 350 weiteren Teilnehmer*innen aus der gesamten Eisenbahnbranche.

In den Vorträgen und Podiumsdiskussionen ging es vor allem darum, welche Maßnahmen im SPNV ergriffen werden müssen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Auch die Pandemie mit ihren Konsequenzen für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs war Thema der Veranstaltung. In erster Linie müssen frühere Fahrgäste zurückgewonnen und neue für den SPNV begeistert werden. Im Jahr 2030 sollen doppelt so viele Fahrgäste die Schiene nutzen. Dafür müssen Kapazitäten ausgebaut werden und die Qualität, sowohl im Betrieb als auch beim Angebot und bei der Nutzerfreundlichkeit, muss verbessert werden.

Dafür fehlen aber Maßnahmen und finanzielle Mittel, alleine für das Jahr 2022 noch 1,5 Mrd. Euro. Andere mögliche Ansätze für die Einhaltung der Klimaziele stellte Prof. Dr. Markus Friedrich der Universität Stuttgart vor, die neben dem Ausbau im öffentlichen Verkehr v.a. auf Einschränkungen im Bereich des Individualverkehrs abzielten. Beispielsweise nannte er gestaffelte Tempolimits auf allen Straßen sowie höhere Gebühren für Kfz-Zulassungen, Kfz-Steuer und Kraftstoffe.

Peter Panitz, Geschäftsführer der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) zeigte auf, dass sich die Aufgabenträger seit Beginn der Marktöffnung immer mehr um die Steuerung und die Detailplanung der Leistungen kümmern und den EVU auch finanzielle Risiken abnehmen, z.B. durch beigestellte Fahrzeuge oder Ausbildungsprämien. Der Aufwand sei dadurch gestiegen, aber der Wettbewerb habe letztlich auch zu mehr Verkehrsleistungen und besserer Qualität geführt. Dirk Schlömer, mobifair-Vorstand, sieht diese Einschätzung kritisch und regte in der Diskussion an, einen Blick in andere EU-Staaten zu werfen, in denen auch ohne SPNV-Marktöffnung vergleichbare Verbesserungen zu sehen sind. Entscheidend sei vor allem eine bessere Ausstattung mit Finanzmitteln und das klare Bekenntnis zum System Schiene.

Für mobifair steht fest: Der Bund muss investieren – der SPNV braucht finanzielle Unterstützung, um ausgebaut zu werden. Was benötigt wird: Mehr und attraktivere Fahrzeuge, eine ausgebaute Infrastruktur, mehr Qualitätsvorgaben in den Verkehrsverträgen inkl. laufender Kontrollen und mehr Personal mit guten Beschäftigungsbedingungen. Wettbewerb um jeden Preis hilft dabei sicher nicht.