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Vier Länder – einheitliche Forderungen

In der Schweiz fand ein Treffen der Lokführer der Eisenbahnergewerkschaften aus der Schweiz, Luxemburg, Österreich und Deutschland statt. mobifair war mit fachkundiger Beratung zu den Themen Qualifizierung und Kontrolle mit an Bord. Schnell war man sich einig, dass eine europaweite Gewährleistung der Sicherheit im Schienenverkehr bei grenzüberschreitenden Fahrten dringend notwendig ist. Dabei ist es wichtig an den Ländergrenzen einen Personalwechsel sicherzustellen. Die Begründung liegt in den nichteinheitlichen Regelwerken, Signal- und Betriebssystemen zur Durchführung der Zugfahrten und den Sprachbarrieren.

In allen Ländern steigt die Anzahl der Signalverfehlungen. Eine Vorbeifahrt an einem haltzeigenden Signal ist als hohes Risiko für die Sicherheit im Bahnverkehr zu werten. Die Ursache begründen die in den Ländern zuständigen Behörden mit der steigenden Belastung der Kolleginnen und Kollegen durch digitale Assistenzsysteme auf den Loks, sowie Ablenkung. Die Lokführerinnen und Lokführer nennen unzureichende Ausbildungen, mangelnde Infrastruktur und Zeitdruck als Gründe für Signalverfehlungen. Notwendig für die Ausbildung ist ein europaweit gültiger einheitlicher Rahmenlehrplan mit Modulen, die im Anschluss der Ausbildung eine gelenkte Beschäftigung (Mitfahrt mit einer erfahrenen Lokführerin/Lokführer) vorsieht. Ebenso eine zweifelsfreie und optimale Signalisierung, sowie die Herausnahme des Zeitdrucks. Weiter bedarf es gleicher Eingangsvoraussetzungen, die in einem einheitlichen Eignungstest geprüft werden müssen.

Verursacht durch die Vielzahl der Eisenbahnverkehrsunternehmen, deren Einhaltung der Vorschriften und Regeln nur noch einer unzureichenden Kontrolle ausgesetzt sind, verstoßen immer mehr Lokführerinnen und Lokführer gegen bestehende Arbeitsschutzbestimmungen in den Ländern. Das System sieht keine direkte Kontrolle der Arbeits- Fahr- und Ruhezeit und der Eignung und Befähigung vor. Deshalb ist es notwendig digitale personenbezogene Erfassungsgeräte bereitzustellen. Nicht um den Lokführerinnen und Lokführer zu kontrollieren, sondern um Missbrauch und Sozialdumping zu verhindern.

Nicht zuletzt sprachen sich die deutschsprachigen Ländervertreter für die Klimaziele und emissionsfreien Verkehr aus. Als gutes Beispiel lobten sie die nahezu voll elektrifizierten Eisenbahnstrecken des Gastgeberlandes der Schweiz.