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Sub, Sub, Sub… Aufwachen!

Der MDR berichtet über ein Sicherheitsunternehmen, das in Hessen und Thüringen für die DB AG tätig war und sich „wie die Polizei aufgeführt“ haben soll. Im Bericht spricht man von einem „martialischem“, also Angst einflößendem Auftreten, hervorgerufen durch die Bekleidung und die Fahrzeuge, die offenbar eine Verwechslung mit der Bundespolizei vortäuschen sollten. Die Nachfrage der Journalisten bei der Presseabteilung der DB AG stieß zunächst auf Unkenntnis. Man zog aber die Möglichkeit in Betracht, dass es sich hier um eine Sub-Weitergabe gehandelt haben könnte.

Für mobifair ist das kein Einzelfall. Seit längerem prangert der Verein diese Praxis der Leistungsvergabe an Sub-Unternehmen an und geht von einer ‚Kriminalisierung‘ dieser Branche aus. mobifair-Vorstand Helmut Diener bezeichnet es als „traurig, wenn man ständig davon spricht, alles mit besonderen Auswahlverfahren von Sub-Unternehmen als ‚Unterstützer‘ im Griff zu haben und man dann in der Recherche auf bis zu vier Sub-Ebenen trifft. Auf Unternehmen, die ihren Beschäftigten den Lohn klauen und auch sonst keinen seriösen Eindruck vermitteln“. In beratender Zusammenarbeit mit einem Gesamtbetriebsrat eines Unternehmens der DB AG wird gefordert dieser Problematik mit einer Steigerung der Eigenleistung in allen Auftragsbereichen zu begegnen. Die Unternehmensleitung steht dem leider nicht gerade wohlwollend gegenüber. Gleiches gilt für eine Beteiligung der Interessenvertretung, wenn es um die Auswahl von Sub-Unternehmen und deren Kontrolle geht. Zugleich richtet mobifair diese Forderungen an den gesamten DB-Konzern. „Wer Aufträge vergibt und insbesondere bei einer Präqualifizierung der Unternehmen auf die Kriterien Tarifbindung und Kontrolle durch einen Betriebsrat verzichtet, der muss sich nicht wundern, wenn solche Unternehmen auftauchen und dem Ruf des DB-Konzerns Schaden zufügen. Ganz zu schweigen davon, dass diese Sub-Unternehmen unserer Meinung nach auch nicht billiger sein können. Denn hier sind ‚klebrige Hände‘ im Spiel. Selber machen ist besser“, so Diener weiter.

Der MDR-Beitrag kann hier angesehen werden.

Anmerkung der Redaktion:

mobifair hat den obigen Artikel am 17. Juli in seiner ursprünglichen Fassung veröffentlicht. Die DB Sicherheit GmbH hat uns daraufhin aufgefordert, zur Kenntnis zu nehmen, dass es „im Kontext des Berichts des MDR eine Nachfrage bei der DB Sicherheit nicht gegeben hat, sondern bei einem Pressesprecher der DB“. Die Darstellung auf unserer Homepage wird als „schlichtweg falsch“ bezeichnet. In der E-Mail an uns wird darauf hingewiesen, dass das im Bericht des MDR genannte Unternehmen nicht für Leistungen der DB Sicherheit, sondern für die Baustellensicherung tätig ist. Die DB Sicherheit gibt bekannt, dass sie bereits seit einiger Zeit proaktiv im Kontakt mit der Bundespolizei steht und das polizeiliche Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen unterstützt. Wir haben unseren Artikel in diesem Sinne angepasst.

Jedoch besteht für uns kein Anlass unsere zentrale Annahme zu revidieren, dass Unternehmen der DB AG nicht immer wissen, ob einer direkten Beauftragung von Sub-Unternehmen indirekte Beauftragungen folgen. Das heißt, dass nicht immer bekannt ist, wer letztendlich den Auftrag ausführt, wenn Sub-Unternehmen andere und weitere Unternehmen ohne Information an den Besteller mit in die Leistungserbringung nehmen. Das wird um so mehr deutlich, da ausdrücklich ausgeschlossen wird, dass das im MDR-Bericht erwähnte Unternehmen eine direkte Beauftragung durch ein DB-Unternehmen erhalten hat. Da das Unternehmen aber dennoch tätig war, muss wohl durch Nichtwissen des Bestellers eine Weitergabe der Leistung (Sub-Sub-Verhältnis) erfolgt sein. Genau das ist der Punkt, an dem aufgrund der vielen Sub-Unternehmen mit den zahlreichen Sub-Ebenen kriminelle Machenschaften und prekäre Beschäftigungsbedingungen in die Unternehmen der DB AG gebracht werden. Und genau das prangern wir an, wenn wir „selber machen“ fordern. Sub-Unternehmen müssen die Ausnahme sein und erfordern eine Präqualifizierung mit hohen Sozialstandards unter Beteiligung der Betriebsräte. Ebenso eine starke Kontrolldichte und harte Sanktionen.