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Über 1400 km im Linienverkehr – ist das sicher?

Mit diesem Thema wird sich wohl die Staatsanwaltschaft bei der Auswertung der Unfallursache auf der A19 in Mecklenburg unter anderem befassen müssen. Ein Flixbus war auf der Tour von Stockholm über Kopenhagen nach Berlin unterwegs und kam von der Straße ab. Laut Pressemeldungen wurden 16 Menschen verletzt, darunter sechs Personen schwer. Der Bus war laut Meldungen mit zwei Fahrern unterwegs. mobifair stellt hier schon länger die Frage, ob das für die Gewährung der Sicherheit ausreichend ist. Zwei Busfahrer auf der ganzen Strecke, der eine fährt, der andere …? Kann er tatsächlich seine vorgeschriebene Pause machen? Geht er danach wirklich ausgeruht wieder ans Steuer? Der Unfall geschah kurz nach sechs Uhr am frühen Morgen. Jeder, der schon in der Nacht gefahren ist, weiß, wie müde man um diese Zeit wird. Busfahrer bestätigen die Tatsache und meinen, dass es einfach nicht möglich ist, nach einer im Bus verbrachten Pause wieder in voller Frische weiter zu fahren.

Letztendlich geht es bei solchen Einsätzen  – unabhängig vom aktuellen Fall – wohl eher nur darum, den Lenkzeitverordnungen irgendwie Rechnung zu tragen. 21 Stunden sind zu zweit erlaubt. Viereinhalb Stunden darf einer fahren, dann Wechsel und „Ruhe“ für den anderen. In 21 Stunden sind bei Doppelbesetzung nur neun Stunden Pause vorgesehen. Die Frage ist und bleibt: Reicht das? Und wo kann der Fahrer diese Ruhe bekommen? Im vollbesetzten Bus auf der Beifahrerseite oder wenn er Glück hat irgendwo auf einer Sitzreihe. Hoffentlich ohne Lärmkulisse durch Busreisende.

mobifair meint: Es funktioniert so nicht. Bei solchen Touren muss ein kompletter Personalwechsel eingeplant werden. Spätestens nach 9 Stunden wäre das angebracht. Es würde eben eine Kooperation mit einem weiteren Busunternehmen mehr für derart weite Strecken verlangen. Der Fahrplan müsste dann so getaktet sein, dass nach einer vorgeschriebenen Ruhezeit das abgelöste Team wieder eine Rückfahrt übernimmt. Sicher käme das teurer, aber im Interesse der Sicherheit sollte diese Kosten es allen Beteiligten wert sein.