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Sub-Unternehmen: Henry am Zug will nicht mehr

Der Konflikt zwischen der österreichischen Gewerkschaft vida und dem Catering-Unternehmen Henry am Zug, das für die ÖBB arbeitet, geht in eine weitere Runde. Henry-Chef Attila Dogudan hat den Vertrag mit der ÖBB vorzeitig aufgelöst. Das Bahnunternehmen pocht aber auf Vertragserfüllung.

Henry am Zug, eine Tochter des Konzerns Do&Co;, liegt seit geraumer Zeit mit den Gewerkschaften im Clinch. Das gewerkschaftsnahe österreichische Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) hat das Unternehmen, das unter anderem für die Zugverpflegung bei der ÖBB sorgt, im vorigen Jahr als „Schandfleck des Jahres“ nominiert. Lohndumping und miese Arbeitsbedingungen lauten die Vorwürfe, die vida erhebt.
So soll das Unternehmen mit Sitz in Wien ungarische Mitarbeiter auf österreichischen Strecken einsetzen, aber nur mit dem ungarischen Mindestlohn abspeisen. vida-Gewerkschafter Gerhard Tauchner wirft der Firma vor, gegen die Entsenderichtlinie der EU zu verstoßen. Henry am Zug droht nach österreichischen Angaben eine hohe Verwaltungsstrafe. Jetzt hat Firmenchef Dogudan den Vertrag mit der österreichischen Staatsbahn „aus wichtigem Grund“ vorzeitig aufgelöst und will die vereinbarten Leistungen nur noch „befristet“ erbringen.

Damit gibt es für das Unternehmen nun auch Ärger mit der ÖBB. Die Bahn-Verantwortlichen fordern in einer schriftlichen Stellungnahme, dass Henry am Zug vertragsgemäß bis 2017 weiter arbeitet. Danach steht die reguläre Neu-Ausschreibung an. Bereits im Vorjahr verlautete, dass das Henry-Engagement bei der ÖBB nicht die erwarteten Erfolgszahlen erreiche.