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mobifair fordert vom bdo mehr Einsatz für Busfahrer

mobifair wirft dem Bundesverband für Omnibusunternehmen (bdo) Unterstützung prekärer Arbeit vor. Statt den unsinnigen Preiswettbewerb bei der Vergabe von öffentlichen Verkehren anzuprangern und zu beenden, ist die einzige Bewegung des Lobbyverbandes ein Sturmlauf gegen die Einführung einer Maut für Omnibusse. Dieses „Nichtstun“ des Verbandes gegen prekäre Arbeit in der Busbranche habe mit dazu beigetragen, dass dieQualität der Auftragserfüllung gesunken sei und die Busfahrer mit Dumpinglöhnen abgespeist würden. Wie Busfahrer mobifair berichteten, seien sie zu Regelverstößen aufgefordert worden. mobifair urteilt, dieses Vorgehen lasse immer mehr daran zweifeln, dass man in Bussen nochsicher unterwegs sei.

Zu allem Überfluss habe nun, so mobifair-Vorstand Helmut Diener, in einem Fernsehbeitrag des Magazins Lokalzeit im WDR ein führender Vertreter des bdo der Polizei eine mangelnde Ausbildung bei der Kontrolle von Bussen vorgeworfen. Außerdem wurde berichtet, dass nach Meinung des bdo Kontrollen überflüssig seien. „Solche Aussagen sind nicht nur überheblich, sondern auch beschämend“, so Diener. „Wenn im Jahresbericht des Bundesamts für Güterverkehr zu lesen ist, dass jeder vierte kontrollierte Bus beanstandet wird, dann kann man froh sein, dass nicht mehr passiert“.

mobifair fordert in einem offenen Brief an den bdo eine Entschuldigung des Verbandes bei der Polizei. Außerdem appelliert Diener an den bdo, endlich dazu beizutragen, dass die schwarzen Schafe in der Branche aus dem Markt fliegen. Es sei langsam unmöglich, als Unternehmen mit einer fairen Unternehmensführung und respektvollem Umgang mit den Beschäftigungsbedingungen am Markt zu existieren, so mobifair. Viele Aufgabenträger täten das Ihrige dazu und vergäben weiter ihre Aufträge an den billigsten Anbieter, kritisiert der Verein.

Um sich am „Billig-Markt“ behaupten zu können, gründen nach Angaben von mobifair große Unternehmen so genannte „Startergesellschaften“, um sich von der Tarifvertragsbindung zu befreien. Da brauche sich keiner wundern, wenn viele Busfahrer so wenig verdienen, dass der Lohn nicht mehr ausreiche eine Familie zu ernähren und der Gang zum Amt zwecks „Aufstockung“ nötig werde.

Es sei eine Schande, dass es so weit gekommen sei, sagt Diener. In seinem Schreiben an den bdo fordert er den Verband auf, gemeinsam mit mobifair auf die Aufgabenträger zuzugehen und faire Ausschreibungen mit besten Qualitätsansprüchen, angemessenen Lohn- und Sozialstandards und einem schützenden Personalübergang im Falle eines Betreiberwechsels zu fordern. Zweifellos werde man in vielen Dingen auch weiterhin verschiedener Ansicht sein – als Beispiel nennt er die Einführung einer Busmaut – diese Unterschiede sollten aber nicht daran hindern, dem Thema Fairness Aufmerksamkeit zu schenken und sich für eine zuverlässige Qualität und gute Arbeit mit qualifizierten Busfahrern einzusetzen, so die Aufforderung.

Am 06.11. findet im Hotel Esperanto in Fulda die Mitgliederversammlung des Vereins mobifair statt. Das Thema gefährliche Zug- und Busfahrten und Lohnraub wegen unfairer Ausschreibungen im Verkehrsmarkt wird ein Schwerpunkt der Veranstaltung sein.

Pressemitteilung