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Lkw-Fahrer klagen auf Mindestlohn

Die Diskussion um den Mindestlohn für Lkw-Fahrer, die im Transit in Deutschland unterwegs sind, bekommt neue Nahrung. Nach Angaben des DGB-Projektes „Faire Mobilität“ wollen zehn tschechische Fahrer, die hauptsächlich in Deutschland unterwegs sind, nun die gleiche Bezahlung mit ihren deutschen Kollegen einklagen. Bisher ist es meist so, dass ausländische Fahrer nach den weitaus niedrigeren Löhnen ihrer Heimatländer bezahlt werden. Bei den Speditionen weit verbreitet ist ein so genanntes „Zulagenmodell“ mit einem niedrigen Grundlohn auf osteuropäischem Standard. Der deutsche Mindestlohn steht den Lkw-Fahrern aber zu. Tschechische Unternehmen argumentieren, dass höhere Löhne ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigen.

Mit Unterstützung von „Faire Mobilität“ hatte ein Anfang 2018 ein tschechischer Fahrer erfolgreich auf Zahlung des deutschen Mindestlohns geklagt. Das Arbeitsgericht Bonn entschied, dass ihm nicht nur eine Nachzahlung sondern künftig generell mehr Geld zusteht. Der Betroffene fuhr als Angestellter eines tschechischen Unternehmens im Auftrag der Deutschen Post innerhalb Deutschlands. Nach seinem Beispiel wollen nun zehn weitere tschechische Kollegen den Klageweg bestreiten.

mobifair begrüßt das Vorhaben der Fahrer. Das ungerechte und ausbeuterische Lohnsystem, das von vielen Unternehmen praktiziert wird, muss nach Ansicht des Vereins dringend beendet werden. „Es ist nicht einzusehen, dass ausländische Fahrer, die hier im Einsatz sind, deutlich weniger verdienen als ihre deutschen Kollegen“, beurteilt Helmut Diener, Vorstand von mobifair, die Situation.