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800.000 Überstunden – Leiharbeit und Personalabbau

Über tausend verärgerte Eisenbahnerinnen und Eisenbahner kamen am 8. Juni 2016 vor der DB Konzernzentrale auf dem Potsdamer Platz in Berlin zusammen. Ihre Meinung zu den Plänen des Bahnvorstandes für DB Cargo war deutlich auf den Transparenten zu lesen. „Stoppt den Kahlschlag“,  „Leiharbeiter runter von unseren Loks!“ „Schrumpfbahn“ oder „Jobkiller DB Cargo“.

Statt Schrumpfkurs und Kahlschlag fordern die DB Cargo-Eisenbahner „Wachstum, Qualität, Produktivität und Beschäftigung!“ Der Schienenverkehrsmarkt wächst und die Deutsche Bahn verändert ihre Rolle. Sie geht auf Schrumpfkurs, löst Güterverkehrsstellen auf und wird mit eigenem Personal zum Personaldienstleister. „Das muss man sich mal vor Augen führen,“ macht Helmut Diener, Vorstand von mobifair, deutlich, „man gründet eine Tochterfirma, bekommt Aufträge, vergibt die Personalstellung der Lokführer mittels Werkvertrag an einen Personaldienstleister, der kann aus Personalmangel nicht fahren und setzt dann wieder aus dieser Fehlplanung heraus das Personal der DB Cargo ein. Die Bahn schmeißt ihr eigenes wertvolles Porzellan auf den Boden und macht es kaputt. Ihr Personal.“

Ein Stamm-Lokführer erzählte mobifair, dass er im April nur fünf Dienste gefahren habe, weil seine Plandienste kurzfristig abgesagt wurden. Dafür sitzen Lokführer eines Personaldienstleisters auf den Zügen und fahren die Züge vom Norden in den Süden. Die Lokführer sind oftmals viel zu lange auf den Führerstand, wie erste Hinweise zeigen, die mobifair erreichten. Eine solche Unternehmenspolitik muss man ablehnen. „Es ist völlig unsinnig, eigenes Personal durch Leiharbeit- und Werkverträge zu ersetzen“, so Diener.

Bei der Demonstration vor dem Bahn-Tower in Berlin fand Alexander Kirchner, Vorsitzender der EVG, klare Worte. „Reduzieren, Abbauen, Sanieren, das ist in der Vergangenheit schon bei der Schiene schief gegangen und wird auch in der Zukunft schief gehen.“ Die Leistungen müssen von der Straße auf die Schiene, sie ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel für den Transport. Dabei müsse in die Mitarbeiter und die Infrastruktur investiert und nicht gespart werden.

Jörg Hensel, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat DB Cargo, machte eine deutliche Ansage in Richtung Bahnvorstand. „Sie haben kein Konzept die Überstunden abzubauen, wollen aber 3000 Arbeitsplätze, nicht nur abbauen sondern planlos vernichten. Dagegen wehren wir uns.“

mobifair und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG kämpfen für das Ziel, im Bahnbereich den Personaleinsatz über Leiharbeit und Werkverträgen im sicherheitsrelevanten Bereich abzuschaffen. Der Missbrauch von Leiharbeit muss gestoppt werden, es darf keine Verdrängung von Regelarbeitsplätzen durch Leiharbeit und Werkverträge erfolgen. Betriebsräte müssen ein volles Mitbestimmungsrecht erhalten, wenn es darum geht Arbeit auszulagern. Eisenbahn geht nur mit Eisenbahnern.