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Einsatz von „Leih-Arbeitskräften“ muss kontrolliert werden

Menschen als Mietobjekte. Die Zahl der Verleihfirmen steigt kontinuierlich, denn das Geschäft lohnt sich. Recherchen von mobifair haben ergeben, dass 126 sogenannte Personaldienstleister im Bereich der Schiene tätig sind.

„Im Angebot“ sind zum Beispiel bei 118 Firmen Lokführer, darüberhinaus gibt es aber auch Wagenmeister, Zugbegleiter, Fahrdienstleiter, Transportleiter oder Werkstattmitarbeiter zu leihen. Die Verleiher sind bundesweit gut aufgestellt, wie die mobifair-Landkarte zeigt. Damit können jederzeit in allen Regionen abrufbereite Beschäftigte eingesetzt werden. „Hoch motivierte und flexibel einsetzbare Mitarbeiter“ habe man im Angebot, wirbt ein Unternehmen im Internet für seine Dienste. Das System boomt, weil die Firmen lieber Sach- als Personalkosten produzieren und „Leih-Arbeitskräfte“ eben nicht im Personalbudget auftauchen. Nebenbei spart man sich die Zahlung diverser Sozialstandards.
mobifair betrachtet das Verleihsystem als problematisch nicht nur für die Qualität der Eisenbahnerarbeitsplätze, was Sozial- und Tarifstandards anbelangt, sondern auch unter Sicherheitsaspekten.

Der Unfall vom 1. August 2014 in Mannheim und die Ergebnisse aus bisher durchgeführten Recherchen von mobifair bestätigen diesen Graubereich Bahnverkehr, der zudem unfaire Wettbewerbsbedingungen begünstigt. Dazu kommt, dass die Verleihfirmen auch Personal aus osteuropäischen Ländern einsetzen. Zu den dort geltenden deutlich niedrigeren Lohn- und Sozialstandards haben. mobifair fordert, dass der Einsatz von Personal mit betrieblichen Aufgaben gesetzlich auf Ausnahmefälle beschränkt werden muss. Besonders der grenzüberschreitende Verkehr im Zusammenhang mit unkontrolliertem Personaleinsatz gefährdet Wettbewerbsbedingungen.

mobifair-Landkarte Personaldienstleister (.pdf)