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Umbau des Fahrkartenvertriebs in Baden-Württemberg

Wie im vergangenen Jahr bereits berichtet, ist Baden-Württemberg dabei, den Fahrkartenvertrieb durch Verkaufsstellen, Automaten und Abo-Center getrennt von den Fahrbetriebsleistungen in mehreren Paketen zu vergeben und neu zu ordnen. Nachdem der erste Teil, der Südosten des Landes, bereits von DB Vertrieb zur nicht tarifgebundenen Transdev Vertrieb GmbH gewechselt ist, läuft derzeit eine zweite Ausschreibung. Dieses Mal zum Südwesten, bei der es um neun Fahrgastcenter, vier Videofahrgastcenter, fünf Agenturen und 250 Fahrausweisautomaten ab 2029 geht.

Ende des vergangenen Jahres wurde zudem bekannt, dass die Vertriebsleistungen zur S-Bahn Stuttgart ab Juni 2032 durch eine Kooperation zwischen dem Verband Region Stuttgart (VRS) und der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) erbracht werden sollen – ohne Ausschreibung im Rahmen einer öffentlich-öffentlichen Zusammenarbeit. Dies geschieht im Zusammenhang mit der Neuvergabe der Stuttgarter S-Bahn, die künftig ohne Vertriebsleistungen ausgeschrieben werden soll.

Nicht verwunderlich, dass die Sorgen der Kolleg*innen bei DB Vertrieb, die heute die Leistungen erbringen, groß sind. Die EVG-Betriebsgruppe, die im vergangenen Jahr schon eine politische Aktion gestartet hat, ist weiterhin am Ball und wird dabei von mobifair unterstützt.

Mitte Dezember fand bereits ein konstruktives Gespräch mit Vertretern von Verkehrsministerium und Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) statt. Anfang dieser Woche hat Michael Joukov, Landtagsabgeordneter und Sprecher für Bahnpolitik der GRÜNEN-Fraktion, Vertreter*innen der Betriebsgruppe, der EVG-Geschäftsstelle Stuttgart und von mobifair mit einem offenen Ohr bei sich willkommen geheißen. Sein Fazit fasst die Themen, um die es bei jedem dieser Termine geht, treffend zusammen:

„Damit sich Bahnkund*innen wohl fühlen, braucht es motivierte Leute, die an Bahnhöfen und in den Reisezentren arbeiten. Tickets im Voraus zu buchen ist das eine, schaffen die meisten online, aber Beratung, falls mal ein Anschluss versäumt wird und dergleichen, etwas völlig anderes. Daher muss man im Bahnverkehr auf Ausbildung, Motivation, Software und einiges mehr achten. Das alles muss bei der Vergabe entsprechender Leistungen festgeschrieben und auch kontrolliert werden.“

Für EVG und mobifair ist gerade Letzteres von zentraler Bedeutung. Gute Vorgaben brauchen Kontrollen. Denn wie so oft steckt der Teufel im Detail und zeigt sich erst im laufenden Betrieb.

Der nächste Termin, bei dem wir u.a. darauf aufmerksam machen werden, ist bereits angesetzt: Mitte Februar geht es im Gespräch mit dem VRS um die Veränderungen im Bereich der S-Bahn Stuttgart. Was wird aus den Reisezentren und den Beschäftigten? Welche Tickets werden Fahrgäste dann wo kaufen können?

Der Umbau der Vertriebslandschaft in Baden-Württemberg geht weiter, ebenso die Aktionen von EVG und mobifair.