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mobifair nimmt Fernbusfahrten ins Visier

11. Februar 2013 – mobifair hat im vergangenen Jahr den boomenden Fernbuslinien-Markt unter die Lupe genommen. Vorläufiges Fazit aus den Testfahrten des Vereins, der sich für fairen Wettbewerb in der Mobilitätswirtschaft einsetzt: Bei 27 beobachteten Fahrten waren bei jeder vierten Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten festzustellen.

Laut Arbeitszeitgesetz dürfen Busfahrer maximal viereinhalb Stunden fahren, dann muss eine Fahrtunterbrechung von 45 Minuten folgen. mobifair berichtet über Verstöße sowohl gegen die Lenkzeitdauer als auch über zu kurze Ruhepausen. Nach Angaben des Vereins liegt die Ursache oft schon in der Fahrplangestaltung – so können die Fahrer sich in ihrer Pause nicht erholen, sondern müssen andere Tätigkeiten ausführen. Auch bei Fahrerwechseln auf Parkplätzen registriert mobifair Lenkzeitverstöße: Umsteigen von einem Bus in den anderen und sofortige Rückfahrt.

Die Testfahrten zeigten zudem auf, dass bei Besetzungen der Busse mit zwei Fahrern sich oft die Fahrerkarte des zweiten Busfahrers entgegen der Vorschriften nicht im Kontrollgerät befand. Zu ähnlichen Ergebnissen wie mobifair kam vor kurzem die Polizei in Hannover. Bei Kontrollen auf Fernbuslinien wurden 35 Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten sowie Probleme mit Fahrerkarten festgestellt.

„Wir werden hier ein Sicherheitsproblem bekommen“, fasst mobifair-Geschäftsführer Helmut Diener die Ergebnisse der Busbeobachtungen zusammen, „Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten muss sichergestellt werden. Wir sprechen von einer gefahrengeneigten Tätigkeit“. Es könne nicht sein, dass bewusst Risiken für Buspassagiere und andere Verkehrsteilnehmer in Kauf genommen würden, um den Unternehmen Kosten zu sparen.

mobifair fordert, das Personenbeförderungsgesetz zu überarbeiten. Es müssten nicht nur verstärkte Kontrollen festgelegt werden, so Diener, sondern ebenso entsprechende Sanktionen für Verstöße. „Schwarzen Schafen muss der Konzessionsentzug drohen“.