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Personalsparen bis zum Kollaps

23. Mai 2013 – Die Bahn gibt auf: Komplettsperrung wegen Personalmangel. Zwischen Mainz und Worms fahren nachts keine Züge mehr. Bis September sollen jetzt ganz schnell Fahrdienstleiter ausgebildet werden, um die Lücke zu füllen.

Durch kurzfristige Erkrankungen von drei Fahrdienstleitern könne man den Betrieb auf der Strecke Mainz/Worms derzeit nicht aufrechterhalten, teilt die Bahn mit. Deshalb tut sich von kurz vor Mitternacht bis 4.30 Uhr morgens bis Ende August erst mal nichts mehr. Regionalzüge werden durch Busse ersetzt, Güterzüge weiträumig umgeleitet. Danach sollen Fahrdienstleiter wieder den rund-um-die-Uhr-Betrieb garantieren, die in den kommenden Wochen mal schnell dafür ausgebildet werden.

„Personalpolitik von der Hand in den Mund“, kritisiert mobifair. „Da wird so lange gespart, bis der Kollaps eintritt“. Die Allgemeine Zeitung aus Mainz mutmaßt, dass „der Bahn personell das Wasser bis zum Hals stehen muss“, wenn solche Maßnahmen ergriffen werden müssen. In 92 Tagen sollen die künftigen Fahrdienstleiter nun fit gemacht werden für eine verantwortungsvolle Aufgabe, die als eigentliche Grundlage eine dreijährige Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst hat.

„Crashausbildung“ nennt das die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und kritisiert, die Personaldecke der Bahn sei ausgedünnt „bis zum Anschlag“. mobifair und EVG fordern für den Personalbereich langfristige Perspektiven und mehr Auszubildende. „Solche Schnell-Einsätze wie auf dieser Strecke können nur Notlösungen sein“, sagt Helmut Diener, Geschäftsführer von mobifair. Grundsätzlich müsse eine gut ausgebildete Personalreserve zur Verfügung stehen, um Notfälle auffangen zu können.