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Lokführer sind für Einführung einer Fahrerkarte

15. Januar 2013 – Die Rechercheergebnisse von mobifair zum Themenbereich Lokführer sorgen für Diskussionsstoff. Während einer Lokführer-Tagung der Gewerkschaft EVG berichtete Helmut Diener über die Fakten und erhielt für die mobifair-Forderungen – wie z.B. die digitale Fahrerkarte – große Zustimmung.

Als Referent des EVG-Lokführer-Infotages in Nürnberg informierte mobifair-Chef Helmut Diener über die Rechercheergebnisse im „grauen“ Lokführerbereich. Er machte deutlich, wie man ohne Prüfung an Lokführerscheine und Beiblätter kommt, wie mit der Ausbildung betrogen wird und wie ohne Kontrolle „irgendwelche“ Lokführer aus „irgendwelchen, meist nicht bekannten“ Unternehmen gegen die Arbeitszeiten verstoßen. Meist sind sie als so genannte selbstständige Lokführer unterwegs und geben an, überall Streckenkenntnis zu haben und alle Fahrzeuge fahren zu können.

Um diesen Wildwuchs zu bekämpfen, fordert mobifair die Einführung einer digitalen Fahrerkarte, wie sie im Bus- und Lkw-Verkehr schon lange Vorschrift ist, um Kontrollen von Arbeitszeiten und Qualifikationen zu ermöglichen. Auch die Ausbildung zum Lokführer muss nach Ansicht von mobifair auf den Prüfstand. Bei den derzeitigen Praktiken werde das traditionelle Berufsbild verwässert, meint Helmut Diener. Beide Forderungen stießen bei den rund 60 Teilnehmern des Info-Tages auf große Zustimmung.

Auch der Sprecher der Zentralen Fachgruppe Lokfahrdienst in der Gewerkschaft EVG, Herbert Mahlberg, ging auf das Thema Berufsbild Lokführer ein. „Es kann nicht sein, dass man Funktionsausbildungen aushebelt und die katholische Kolpingfamilie arbeitslose Schleckerfrauen in Kurzausbildungen zu Lokführerinnen ausbildet“, sagte er. So passiere das in NRW. Die EVG verlangt eine Mindestausbildungsdauer von 12 Monaten bei Funktionsausbildungen und besondere Eingangsqualifikationen, bei denen technische Grundkenntnisse wieder eine Rolle spielen. Ebenso dürfe nicht mehr länger nur durch Eisenbahnbetriebsleiter bestätigt werden, ob einer Lokführer ist oder nicht. Die EVG fordert eine Prüfungsabnahme unter Beteiligung zum Beispiel der IHK.