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Güter auf der Überholspur, Umweltschutz im Stau

19. Oktober 2012 – Wo der Wettbewerbsdruck immer stärker wird, bleiben nicht nur Lohnstandards, sondern auch die Ökologie gerne mal auf der Strecke. Der Straßengüterverkehr ist hier an vorderer Stelle zu nennen. Jede Menge Transportaufwand, wenig Effizienzgewinn, wie die Financial Times Deutschland schreibt.

Die Zeitung zitiert das Umweltbundesamt (UBA), das den Unternehmen ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Bis 2020 sollten die Treibhausgasemissionen nach dem Willen der Bundesregierung in Deutschland gegenüber 1990 um 40 Prozent niedriger sein. „Der Güterverkehr ist angesichts des enormen Wachstums weit davon entfernt, hierzu einen wesentlichen Beitrag zu leisten“, so Uwe Brendle vom UBA in der FTD. Setze sich der bisherige Trend fort, dann dürften die CO2-Emissionen im deutschen Güterverkehr bis 2030 sogar laut UBA um etwa ein Drittel steigen. Der Güterverkehr stehe heute für einen Block von gut neun Prozent beim deutschen CO2-Ausstoß, sagt der Experte in der FTD.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts ist der Transportaufwand, den die Unternehmen in Deutschland im Verhältnis zum erzeugten Bruttoinlandsprodukt treiben, seit der Jahrtausendwende bis 2010 um fast elf Prozent gestiegen – die Regierung wollte ihn um zwei Prozentpunkte senken, bis 2020 um fünf Punkte. „Klassenziel verfehlt“, titelt die Financial Times.

Zwar haben einige Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit, Kraftstoffverbrauch und CO2-Verringerung Maßnahmen ergriffen, doch gesamt gesehen ist Ökologie in der Branche weiterhin eher ein Nebenthema.

Die mobifair-Forderung der verstärkten Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene wäre eine Lösung, die auch das Umweltbundesamt unterstützt. Derzeit rollen knapp 18 Prozent des Güterverkehrs in Deutschland auf der Schiene, ein Viertel aller Transporte sollten es sein, geht es nach den Vorstellungen der Verkehrspolitiker. „Um die Güter von der Straße auf die Schiene zu holen, bedarf es aber mehr als vager politischer Erklärungen und dem Hoffen auf die freiwillige Einsicht der Unternehmen“, meint mobifair-Geschäftsführer Helmut Diener. mobifair befasst sich im Rahmen eines Projektes mit der Wettbewerbssituation im Güterverkehr insbesondere im Bereich der Lohn- und Sozialstandards. „Saubere Verkehrsträger und anständige Sozialbedingungen gehören eng zusammen“, so Diener.