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EVG und mobifair kritisieren eklatante Fehlentwicklung

Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner sprach in Mannheim auf einer Pressekonferenz von „fatalen Entwicklungen“, die vor einem Jahr zu dem Zugunglück geführt haben. mobifair-Vorstand Helmut Diener unterstrich die Problematik im Schienengüterverkehr mit Ergebnissen aus der Recherchearbeit des Vereins.

Der Lokführer des unfallverursachenden Güterzuges in Mannheim sei Mitarbeiter eines Personaldienstleisters gewesen. Wie Helmut Diener erläuterte, hatte ein niederländisches Transportunternehmen, mit geleaster österreichischer Lok, einen Leihlokführer eingesetzt, der die vorgeschriebene Ruhezeit von neun Stunden nicht eingehalten habe.

„Solche Konstellationen werden immer häufiger, die Verantwortlichkeiten dahinter immer schwieriger auszumachen“, sagt Helmut Diener. mobifair recherchiert seit Jahren zu diesem Thema und fand eine Grauzone von quasi „selbstständigen“ Lokführern, fehlenden Kontrollen, zweifelhaften Einsätzen im grenzüberschreitenden Güterverkehr und teilweise eklatanter Missachtung von Sicherheitsvorschriften.

„Diese Entwicklung, dass immer mehr Leiharbeiter und Selbstständige als Lokführer eingesetzt werden, ist aus unserer Sicht fatal“, machte Kirchner deutlich. Hier werde Lohn- und Sozialdumping Vorschub geleistet, was aus Sicht der EVG die völlig falsch Entwicklung sei. Der Wettbewerbsdruck sei mittlerweile so groß, dass zwischenzeitlich selbst Unternehmen wie DB SchenkerRail nicht mehr ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern arbeiten würden. Die Konkurrenz wird immer größer. Mittlerweile würden in Deutschland 170 private Eisenbahnverkehrsunternehmen Transportleistungen anbieten. „Damit der Verkehrsträger Schiene auch weiterhin so sicher bleibt, wie er ist, brauchen wir mehr Kontrollen und verbindliche Regelungen, damit die schwarzen Schafe die offensichtlichen Lücken im System nicht für sich nutzen“, so Kirchner.