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Ausbeutung funktioniert branchenübergreifend

 

18. Juni 2014 – In Harburg haben rund 100 Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien gegen ihre miserablen Arbeitsbedingungen protestiert und ein Personalvermittlungsunternehmen belagert. Wie viele Leidensgenossen wurden sie mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und blieben ohne Bezahlung auf der Strecke.

Die betrogenen Arbeitnehmer waren in der fleischverarbeitenden Branche tätig, hier sind besonders gravierende Verstöße gegen Arbeitsgesetze und Arbeitnehmerrechte zu beobachten. Nach Angaben des DGB mussten die Männer in diesem Fall 300 Euro Miete für ein fensterloses Kellerzimmer zahlen und die Kosten für Arbeitskleidung und Werkzeug selbst tragen. Monatslohn bei Zwölf-Stunden-Schichten: Knapp 400 Euro abzüglich Abschlagszahlungen.
In der Fleischbranche hat gezielte Ausbeutung schon traurige Tradition. Auch im Baubereich ist es kein Geheimnis, dass mit einem ausgeklügelten Sub-/Sub-Unternehmersystem findige Vermittler eine Menge Geld mit moderner Sklavenvermittlung verdienen. Ebenso üble Methoden werden in der Pflegebranche oder bei Paketdiensten und Speditionen angewandt. Zum Beispiel werden bei Paketdiensten Mitarbeiter nicht festangestellt sondern als selbstständig geführt. Damit drückt sich das Unternehmen vor den Sozialabgaben und muss sich auch nicht an die gesetzlichen Arbeitszeiten halten.

Seit durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit EU-Grenzen für Beschäftigte durchlässig wurden, werden vor allem Arbeitssuchende aus Osteuropa Opfer von Betrügern. In vielen Fällen stehen die Geschädigten nach getaner Arbeit ohne Geld und Unterkunft auf der Straße. Die DGB-Beratungsstellen des Projektes Faire Mobilität sind eine der wenigen Anlaufstellen, die Hilfe und Unterstützung anbieten. mobifair ist Kooperationspartner bei Faire Mobilität, denn die Grenzen des Lohn- und Sozialdumpings sind fließend und die Beobachtung solcher Kaltschnäuzigkeit in anderen Wirtschaftszweigen ist notwendig, um gemeinsam gegen den allgemeinen Missbrauch von Arbeitskräften anzugehen.

Faire Mobilität