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Thema Sicherheit: Mehr Übergriffe auf Bahnmitarbeiter

23. April 2014 – Aggressive Übergriffe im Bahnverkehr haben im vergangenen Jahr wieder zugenommen. 20 Prozent mehr Vorfälle registrierte zum Beispiel die DB AG in ihrem Sicherheitsbericht im Vergleich der Jahre 2012 und 2013. Leidtragende sind meist Mitarbeiter aus dem Zugbegleitdienst oder der Kundenbetreuung.

Deutlich wurde in der Umfrage vor allem auch, dass nicht mehr nur die üblicherweise als kritisch eingestuften Situationen wie zum Beispiel Großveranstaltungen oder Fußballspiele Probleme mit sich bringen. Fast zwei Drittel der Vorfälle, 62 Prozent, passieren in Alltagssituationen mit „normalen“ Fahrgästen oder gehen auf Schwarzfahrer zurück. 91 Prozent aller Befragten gaben an, bereits in heikle Situationen gekommen zu sein, mehr als die Hälfte ist der Ansicht, dass sich die Sicherheitslage in den letzten Jahren verschlechtert hat.

Der Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Bahnen muss höhere Priorität eingeräumt werden, fordert mobifair. Oft werde das Thema als reiner Kostenfaktor behandelt, hier sei es Zeit, umzudenken. Die Gewerkschaft EVG beklagt, dass Betroffene bei ihren Vorgesetzten auf wenig Verständnis und kaum Unterstützung stießen, wenn sie Vorfälle melden. Das Problembewusstsein bei den Führungskräften für die Lage der Mitarbeiter sei nicht ausgeprägt genug. Viele Zugbegleiter oder Kundenbetreuer melden nach Angaben der Gewerkschaft heikle Vorkommnisse gar nicht mehr, da sie sich ohnehin keine Hilfe versprechen. Das Thema muss nach Ansicht von mobifair bereits bei der Ausschreibung von Verkehrsdienstleistungen seinen Platz finden. Sicherheitsaspekte sollten im Interesse aller Beteiligten in die Vorgaben aufgenommen werden. Die EVG fordert eine durchgängige Doppelbesetzung mit Zugbegleitern in allen Zügen.

 

Foto von Jörg Greiwe