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Ausgebeutete Arbeiter bauen Luxuswohnungen

30. Oktober 2012 – Mit einer Mahnwache demonstrierten rumänische Bauarbeiter in Frankfurt gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen. Stundenlohn 1,09 Euro, 10-Stunden-Tage: Ausbeutung pur. Sie bauen Luxuswohnungen im neuen Frankfurter Europaviertel. mobifair hat die vom DGB-Projekt Faire Mobilität organisierte Mahnwache aktiv unterstützt und wird sich weiter für die Betroffenen einsetzen.

Der Sub-Sub-Unternehmer, der die Arbeiter in Rumänien anheuerte, versprach 1300 Euro Lohn, plus Zuschläge für Verpflegung und Unterkunft. Alles Fehlanzeige. Im Gegenteil: Hungerlöhne und Lohnabzug für die 3-Zimmer-Unterkunft für 13 Personen in Höhe von 1500 Euro. Diese menschenverachtenden, verbrecherischen Praktiken müssen öffentlich gemacht werden. Während die Ausbeuterunternehmer das dicke Geld einstreichen, bleibt den betrogenen Arbeitern nicht einmal genug Geld für die Heimfahrt.

Mittlerweile spitzt sich die Lage weiter zu: Wie Mihai Balan vom Projekt Faire Mobilität mitteilt, den protestierenden Bauarbeitern vom Arbeitgeber, der Firma Borza, der Dienstwagen und ein Satz Wohnungsschlüssel abgenommen worden. Weil sie das Angebot abgelehnt haben, sich mit einer Zahlung von 3000 Euro für die gesamte Gruppe abzufinden, soll der Arbeitgeber gedroht haben, die Wohnung der Arbeiter räumen zu lassen.

Der Generalunternehmer des Bauvorhabens sieht die Schuld an der Situation beim Subunternehmer. Man prüfe regelmäßig die Ausweise, die Arbeits- und die Aufenthaltserlaubnisse der Beschäftigten, so ein Vertreter gegenüber der Frankfurter Rundschau. Mehr könne man nicht tun. Eine Verpflichtung, Arbeitsverträge zu kontrollieren, gebe es nicht. Hätte auch in diesem Fall nichts genutzt: Der Sub-Sub-Unternehmer hat die mangelnden Deutschkenntnisse der Arbeiter ausgenutzt und sie geschickt zu „Selbständigen“ gemacht.

Wieder einmal hat also keiner was gewusst. Eine Gewissheit gibt es aber doch. Zitat aus der Frankfurter Rundschau: „Künftige Parkend-Bewohner dürfen sich sicher sein: Meine Exklusiv-Wohnung verdanke ich der Ausbeutung rumänischer Arbeiter“. Na, das ist doch was – wenn sich dabei ruhig schlafen lässt.