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Aufforderung zum Schwarzfahren?

24. Juli 2012 – Die Geschäftsführung der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft hat einen simplen Schluss gezogen: Wenn ohnehin nicht kontrolliert wird, braucht man auch keine Papiere – anders ist eine Aussage gegenüber der Dresdner Morgenpost am Sonntag kaum zu interpretieren. Ob das Unternehmen das bei seinen Fahrgästen auch so sieht?

Nachdem mobifair auf den Tatbestand aufmerksam gemacht hat, dass das Unternehmen seine – ordentlich qualifizierten – Lokführer ohne Fahrerlaubnis auf die Strecke schickt, zieht das Thema weitere Kreise. Informiert sind mittlerweile auch der Landesbevollmächtigte für Bahnaufsicht des Freistaates Sachsen, der vom EBA gebeten wurde, sich des Problems anzunehmen und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Wie die Morgenpost berichtet, habe der VDV die SDG „ermahnt und ermuntert, sich an die Regeln zu halten“.

Vorerst sieht die SDG-Unternehmensleitung das noch anders. In einem Bericht der Zeitung wird Geschäftsführer Roland Richter mit den Worten „Es ist ja nicht wie im Straßenverkehr, dass die Polizei den Führerschein auch kontrolliert“ zitiert. Bei dieser Aussage drängen sich zwei Folgerungen geradezu auf. Erstens: Auf den Schienen muss mehr kontrolliert werden („Ganz unsere Meinung“, sagt mobifair-Geschäftsführer Helmut Diener). Zweitens: Wo so selten kontrolliert wird, braucht man keinen Ausweis. Auch keinen Fahrausweis, Herr Richter?

Und noch etwas ist aus dem Bericht der Morgenpost und einem Schreiben an die Beschäftigten zu entnehmen. Bis Ende August sollen die Lokführer einen „Befähigungsausweis“ erhalten. Dazu meint der mobifair-Geschäftsführer: „Keiner weiß, was das ist. Der Führerschein, um den es hier geht, ist kein Befähigungsausweis, sondern ein Dokument namens Eisenbahnfahrzeug-Führerschein. Das Verhalten der Geschäftsführung der SDG in Sachsen ist unglaublich“.