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Sicher unterwegs?

Was haben wir nicht schon alles probiert? Seit vielen Jahren weist mobifair zusammen mit der EVG immer wieder darauf hin, dass die Übergriffe auf die Kolleginnen und Kollegen in Zügen und auf Bahnhöfen nicht akzeptabel sind. Wir haben immer wieder verständnisvolle Blicke erfahren und dem Versprechen von Politik, Aufgabenträgern und Unternehmen vertraut, dass man alles unternimmt, um die Beschäftigten vor Übergriffen zu schützen.

Ja, die Quote von Kundenbetreuern ist in vielen Regionen erhöht worden und es gibt endlich vermehrt Bodycams und Kamerasysteme in Zügen und an Bahnhöfen. All das bleibt aber immer noch weit hinter den Anforderungen zurück. So schreibt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) im Nahverkehrsplan 2025 zum Thema Sicherheit im SPNV zwar, dass gegenüber früheren Regelungen nun eine höhere personelle Präsenz von Sicherheits- und Servicepersonal festgeschrieben würde, bezieht dies aber nur auf die Abendstunden. Konkret heißt es, dass ab 19 Uhr alle Züge mit mindestens einer Zugbegleitung unterwegs sein sollen. Wir würden empfehlen, dass die Vorstände des VRR mal selbst Alleindienst in den Abendstunden in Gelsenkirchen, Essen, Dortmund oder Köln als Zugbegleiter ableisten. Vielleicht würde dies zur Einsicht führen, dass Zugbegleiter keine Sicherheitskräfte sind und auf gar keinen Fall ein Dienst alleine zulässig sein sollte.

Wie bei vielen anderen Aufgabenträgern, so drückt man sich hier vor der konkreten Verantwortung und riskiert lieber solch schlimme Vorfälle wie jüngst am Montagabend, dem 02. Februar, bei dem unser Kollege Serkan C. im Kreis Kaiserslautern durch den brutalen Angriff eines Fahrgastes so stark verletzt wurde, dass er an den Folgen verstarb. Schon einen Tag später wurde dann im Bahnhof Hamburg Dammtor ein Mitarbeiter ebenfalls brutal zusammengeschlagen und selbst am Boden liegend mit Tritten weiter malträtiert. Auch ein weiterer zur Hilfe eilender Mitarbeiter wurde angegriffen.

Kurz gesagt, es reicht! Letztlich sind es auch die Unternehmen im Nahverkehr, die ein sicheres Arbeitsumfeld für ihre Beschäftigten gewährleisten müssen. Doch es braucht dann auch andere Konzepte, bei denen die Aufgabenträger gefragt sind. Zum Beispiel wäre mit Prüfteams mehrerer Kundenbetreuer – und dadurch möglicherweise dem Verzicht einer Besetzung jedes Zuges – kurzfristig geholfen. Den Reisenden hilft das natürlich wenig, denn hier geht es zunächst einmal um die Sicherheit des Personals. Was wirklich hilft, ist mehr Personal, Verantwortliche in Unternehmen und Politik, die ohne Ausflüchte tätig werden und eine Gesellschaft, die ihre eigene Mitverantwortung erkennt und endlich gegensteuert! Unsere Forderungen lauten:

  • Keinerlei Alleindienste mehr in den Zügen, sondern obligatorisch Teams, die bei den Kontrollen auch zusammenbleiben;
  • Grundsätzlich eine Sicherheitsausrüstung mit Bodycams und Tierabwehrspray sowie schnelle Notrufmöglichkeiten;
  • Konsequente und härtere Strafverfolgung von Gewalttätern, so wie es auch für Übergriffe auf Rettungskräfte, Feuerwehr gefordert ist.