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Arbeitgeber sieht keinen Handlungsbedarf

31. Januar 2013 – Die Hälfte der Deutschen leidet unter Stress am Arbeitsplatz. Gegenmaßnahmen sind längst überfällig – Arbeitsministerium, Gewerkschaften und Arbeitgeberverband konnten sich aber nicht einmal auf eine gemeinsame Erklärung einigen. Die Arbeitgeber meinen, nicht die psychischen Erkrankungen häufen sich, sondern nur die Diagnosen.

Die geplante Unterzeichnung einer gemeinsamen „Erklärung zur psychischen Gesundheit bei der Arbeit“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist vorerst gescheitert. Initiiert hatte das Treffen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nachdem Ministerin von der Leyen „Handlungsbedarf in den Betrieben“ konstatierte. Bisher hat die schwarz-gelbe Regierung mit ihrer Ausweitung des Niedriglohnsektors und damit der prekären Arbeitsplätze für weitere Verschärfung des Problems gesorgt.

Der „Stressreport Deutschland 2012“, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vorgelegt hat, spricht eine deutliche Sprache. Knapp die Hälfte der Erwerbstätigen bemerkt eine Zunahme von Stress- und Termindruck in den vergangenen zwei Jahren. Zwangsläufige Folge von psychischer Belastung sind Krankheiten und Burn-out. Um mehr als 80 Prozent sind statistischen Erhebungen zufolge die krankheitsbedingten Ausfälle durch psychische Belastung in den vergangenen 15 Jahren angestiegen.

Die Arbeitgeberseite bezweifelt die Zahlen. Es sei falsch, psychische Erkrankungen vorrangig auf Arbeit zurückzuführen, sagte AG-Präsident Hundt. Seiner Meinung nach liegt es daran, dass Ärzte diese Art Erkrankungen häufiger diagnostizierten. Der DGB wirft den Arbeitgebern eine „Blockade-Haltung“ vor und bleibt bei seiner Forderung nach einer „Anti-Stress-Verordnung“, mehr Mitbestimmung und Sanktionen gegen diejenigen Unternehmen, die das Arbeitsschutzgesetz nicht einhalten.

Dass dringend etwas unternommen werden muss, um den Schutz der Arbeitnehmer zu gewährleisten, zeigen auch die Recherchen, die mobifair im Rahmen eines Projektes „Psychische Belastung“ durchführt.