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Giftige Dämpfe in der Flugzeugkabine

15. Dezember 2011 – Passagieren und Besatzung kann es im Flieger mitunter ganz schön stinken -mit gravierenden gesundheitlichen Folgen obendrein. Schuld daran ist giftiger Öldampf, angereichert mit dem Nervengift Trikresylphosphat (TKP), der von den Triebwerken in die Kabine gelangt und neurologische Schäden verursachen kann.

TKP ist Bestandteil eines chemischen Cocktails, der dem Triebwerksöl von Flugzeugen beigemischt wird. Da die Luft für die Kabine direkt von den Triebwerken kommt, können giftige Dämpfe ungefiltert in den Fahrgastraum gelangen. Öldämpfe allgemein können bereits die Schleimhäute reizen und zu Kopfschmerzen führen. Enthält die Atemluft außerdem TKP, können sowohl kurzfristige Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, aber auch langfristige neurologische Schädigungen auftreten. So klagen Piloten und Flugbegleiter über Gedächtnis- und Geschmacksverlust, Konzentrationsstörungen und Muskelzuckungen bis hin zu chronischen Beeinträchtigungen des Nervensystems. Bereits seit 1999 hat die Krankheit einen Namen: aerotoxisches Syndrom.

Zwar ist das „aerotoxische Syndrom“ von der WHO nicht anerkannt, aber es haben sich immerhin schon die Parlamente in Deutschland, Großbritannien und Australien mit dem Thema befasst. Abgeordnete der Grünen fordern in einem Antrag von der Bundesregierung, „die Verwendung von neurotoxisch bedenklichen Triebwerksölen zu unterbinden“. Ein Gerichtsurteil aus Australien könnte den Kampf gegen die giftigen Dämpfe in Flugzeugkabinen vorantreiben: Im vergangenen Jahr erhielt die ehemalige Flugbegleiterin Joanne Turner, die dauerhafte gesundheitliche Schäden durch Ölrauch und chemische Dämpfe davongetragen hatte, nach langem Rechtsstreit 140.000 australische Dollar Schadenersatz zugesprochen. Das Urteil war der erste zivilrechtliche Sieg für Beschäftigte, die beruflich dieser giftigen Luft ausgesetzt sind.

Mehr zu diesem Thema in unserer Zeitschrift mopinio 4/2011