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mobifair-Sozialzertifikat an die Bayerische Oberlandbahn

Strahlende Gesichter: Heino Seeger, Christoph
Hillenbrand, Annette Karl, Helmut Diener, Peter
Janssen, Werner Weindl
(von links).

mobifair-Sozialzertifikat an die Bayerische Oberlandbahn

Die Bayerische Oberland Bahn (BOB) erhielt als erstes Eisenbahn- verkehrsunternehmen in Deutschland das mobifair Sozialzertifikat. In einer Feierstunde im Bahnbetriebswerk der BOB in Lenggries fand die Übergabe des Zertifikats und die Aushändigung des Prüfberichts statt. Mit der Zertifizierung der BOB bestätigt mobifair dem Unternehmen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen sowie vorbildliche Lohn- und Sozialstandards. Auch im Bereich des Arbeitsschutzes und bei der Einhaltung der Arbeitszeitbestimmungen agiert die Bayerische Oberlandbahn laut mobifair-Prüfbericht beispielhaft.

Im Beisein namhafter Ehrengäste nahm der Geschäftsführer der BOB, Heino Seeger, die Zertifizierungsurkunde und die Prüfplaketten für die BOB-Fahrzeugflotte entgegen.

In seiner Eröffnungsrede wies Raoul Machalet darauf hin, wie wichtig es für eine Unternehmenskultur ist, neben dem Gewinnstreben auch den Sozialstandards einen entsprechend hohen Stellenwert einzuräumen. Machalet: „Unternehmen, die das beherzigen, belohnen sich selbst mit motivierten Mitarbeitern, einer erhöhten Produktivität und einem gute Betriebsklima.“

In Vertretung von Ministerpräsident Horst Seehofer sprach der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand für die Bayerische Staatsregierung. Er gratulierte in seinem Grußwort der Geschäftsführung und den Mitarbeitern der BOB zu diesem Zertifizierungsergebnis und wies auf das hohe Ansehen hin, das dieses Verkehrsunternehmen bei der Bevölkerung genieße. „Die Qualitätspolitik der BOB hat sich augenscheinlich bezahlt gemacht“, sagte der Regierungspräsident. Das Verkehrsunternehmen zeige, dass man mit Servicequalität und motivierten Mitarbeitern in dem hart umkämpften Verkehrsmarkt durchaus bestehen kann.

„Erschreckend und beschämend“ sei es, wie in vielen Unternehmen mit den Beschäftigten umgegangen werde, sagte Anette Karl, Mitglied des Bayerischen Landtags. Die BOB hingegen gebe – das zeige das mobifair-Sozialzertifikat – ein nachahmenswertes positives Beispiel dafür, dass man auch anders erfolgreich sein kann. Sie forderte die Bayerische Staatsregierung und deren Vergabegesellschaft BEG auf, bei Ausschreibungen endlich auch Arbeits- und Sozialstandards vorzugeben, so wie sie auch durch die neue EU-Richtlinie als Zuschlagskriterium zugelassen seien. Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag hoffe weiter darauf, dass CDU und FDP sich doch noch eines Besseren besinnen und in Würdigung der hervorragenden Arbeit der BOB diese auch weiterhin als Eisenbahnverkehrsunternehmen im Oberland erhalten.

Auf die BOB-Erfolgsgeschichte ging der stellvertretende Landrat und Bürgermeister von Lenggries, Werner Weindl in seinem Grußwort ein. Die Bahn werde von der Bevölkerung angenommen und sei der Motor der Region. Weindl: „Die Mitarbeiter sind bereit, sich für ihr Unternehmen zu zerreißen.“ Wenn sich Unternehmen bewusst seien, dass es wichtig ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Mitarbeiter zufrieden sind, so sei dies eine besondere Form von Nachhaltigkeit, erklärte Weindl. Auch er plädierte für ein Weiterbestehen der Bayerischen Oberlandbahn in seiner Region.

Der Bürgermeister der Stadt Tegernsee, Peter Janssen, gratulierte der BOB und den engagierten Mitarbeitern zur Zertifizierung. Er stellte fest, dass die Bayerische Oberlandbahn für die Region unverzichtbar sei. Seine Gratulation erfolge auch im Namen von 16.000 Menschen, die sich innerhalb kürzester Zeit mit ihren Unterschriften für den Erhalt der Oberlandbahn ausgesprochen und sich hinter die BOB gestellt haben. Peter Janssen, der Initiator dieser Unterschriftenaktion, hatte die Unterschriften während eines Besuchs des Bayerischen Ministerpräsidenten in der Region pressewirksam an Horst Seehofer übergeben. Bei dieser Gelegenheit sagte Seehofer zu, die Möglichkeit einer Direktvergabe an die BOB zu prüfen.

Eindrucksvoll zeigte BOB-Betriebsrat und zugleich Gesamtbetriebsrat von Veolia-Verkehr, Bernhard Kessel, ein Szenario auf, das den Beschäftigten drohen könnte, wenn in eine anstehende Ausschreibung die Lohn- und Sozialstandards nicht als Vergabekriterien aufgenommen würden. Eine Vergabe an einen Billiganbieter hätte bei Übernahme der BOB-Mitarbeiter zum Beispiel für einen Triebfahrzeugführer einen monatlichen Verlust von bis zu 1.100 Euro zur Folge.

Im Rahmen der Überreichung der Zertifizierungsurkunde, des Prüfberichts sowie der Prüfplaketten für die Triebfahrzeuge erklärte Helmut Diener, Geschäftsführer von mobifair: „Die Bayerische Oberlandbahn ist ein besonderes Unternehmen. Es passt in die Landschaft. Die Bayerische Oberlandbahn ist auch ein besonderes Unternehmen im Umgang mit den Lohn- und Sozialstandards ihrer Beschäftigten. Das Unternehmen zeigt sich verantwortungsvoll und sozial gerecht. Wir fanden bei der Prüfung eine gesunde Mitarbeiterstruktur vor sowie eine gute Arbeitsplatzqualität, die für Zufriedenheit der Beschäftigten sorgt. Ein freundschaftlicher Umgang zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern formt das Unternehmen zu einem besonderen Team.“

Weiter schilderte Helmut Diener die vorgefundene Situation: „Ehrlichkeit spielt eine große Rolle in der Unternehmenskultur. Höhen und Tiefen wurden und werden gemeinsam gemeistert. Die Einhaltung von Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen sind ein Selbstverständnis.“

Auf das Lohnniveau eingehend stellte der mobifair-Geschäftsführer fest, dass es „führend über dem Bayern-Durchschnitt“ liege. Die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat sei lobenswert. Die BOB behaupte sich als zuverlässiges, gerechtes und soziales Unternehmen. Auch im Veolia-Konzern genieße die BOB unter der Leitung von Heino Seeger großes Ansehen.

„Es ist doch logisch, wenn ich ein unternehmerisches Ziel im Auge habe, dass ich das nicht als Einzelkämpfer erreichen kann; ich brauche ein Team, ich brauche motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Heino Seeger, der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn in seiner Dankesrede.

Es habe ihn beeindruckt, wie die Beschäftigten in der schwierigen Anfangsphase des Unternehmens die Probleme bewältigt haben. „Das hat mir bei der Übernahme der Geschäftsführung Mut gegeben, gemeinsam mit dieser Mannschaft um unsere Eisenbahn zu kämpfen. Die Kultur bei der BOB habe ich den Mitarbeitern abgeschaut“, sagt Seeger anschließend zu den Journalisten.

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