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Wettbewerb bei Speditionen birgt Sicherheitsgefahren

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat sich für schärfere Kontrollen von Lastwagen ausgesprochen. LKW und Busse seien noch immer in vielen Fällen eine rollende Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Der harte Wettbewerb unter den Speditionen gehe oftmals zu Lasten der Sicherheit, sagte Schönbohm in Potsdam. Der Geschäftsführer von mobifair, Helmut Diener, nahm das jüngste Kontrollergebnis der Polizei in Brandenburg zum Anlass, auf die katastrophale Lebens- und Arbeitssituationen der Lkw-Fahrer hinzuweisen, die durch den brutalen Druck der Speditionen entstehen.
 
mobifair fordert eine höhere Kontrolldichte und unterstützt
die Forderung von Minister Schönbohm nach drastischeren
Strafen für Wiederholungstäter.

Bei einer 24-stündigen Großkontrolle in Brandenburg folgten dem Stopp der Polizei für 48 Fahrer von LKW und Kleintransportern Zwangspausen wegen unterlassener Ruhezeiten (11) und das Verbot der Weiterfahrt ihrer Fahrzeuge wegen anderer Verstöße (z.B. technische Mängel) in 37 Fällen.

Insgesamt gab es bei 23 Prozent der überprüften 987 Fahrzeuge Beanstandungen, weil technische Mängel, Verstöße gegen die Fahrpersonal-, Sozial- und Gefahrgutvorschriften sowie Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt wurden. In 93 Fällen wurde die unverzügliche Mängelbeseitigung bei der Ladungssicherung angeordnet.

Bei der Großkontrolle ahndeten brandenburgische Polizisten 116 Tempoverstöße, darunter waren auch ein Bus und ein Gefahrguttransporter. An insgesamt 30 Fahrzeugen wurden zum Teil erhebliche technische Mängel festgestellt. In 193 Fällen kam es zu Verstößen gegen das Fahrpersonalgesetz. Die Kontrollen fanden innerhalb einer europaweiten Kontrollwoche statt.

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm verwies auf die bereits seit längerem gravierenden Sicherheitsdefizite insbesondere im gewerblichen Güterkraftverkehr, der bei Kontrollen ansonsten regelmäßig sogar Beanstandungsquoten von fast 50 Prozent aufweise. „Offensichtlich geht der scharfe Wettbewerb in vielen Fällen zu Lasten der Sicherheit. Das macht LKW und in einigen Fällen auch Busse zur rollenden Gefahr. Dies muss mit aller Konsequenz geahndet werden", erklärte der Minister.

Helmut Diener wies darauf hin, dass die Einhaltung bestehender Gesetze und Richtlinien selbst für anständige Spediteure zunehmend zu einem Luxusgut werde, dass sie sich angesichts der kriminellen Schmutzkonkurrenz im Wettbewerb immer weniger leisten können. mobifair fordert seit langem, die Kontrolldichte auf allen Straßen deutlich zu erhöhen und begrüßt in diesem Zusammenhang den Vorstoß von Minister Schönbohm, „über ein schärferes Vorgehen vor allem gegen Wiederholungstäter und ihre Arbeitgeber nachzudenken“.

Trotz leichter Rückgänge war auch 2007 in Brandenburg noch etwa jeder siebente Unfall ein LKW-Unfall. „Die Herde der ‚schwarzen Schafe' bei Speditionen und Fahrern ist weiterhin viel zu groß", sind sich der mobifair-Geschäftsführer und Schönbohm einig.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Brandenburg 12.864 LKW-Unfälle, bei denen 65 Menschen ums Leben kamen und 1.528 verletzt wurden.

In mehr als 63 Prozent dieser schweren Unfälle waren auch die LKW-Fahrer selbst die Hauptverursacher (2006: 61 %).

Auf brandenburgischen Straßen kontrollierte die Polizei im Jahr 2007 insgesamt 69.406 LKW und Busse. Bei 28.704 Fahrzeugen wurden insgesamt 40.951 Verstöße geahndet. 3.670 Fahrzeugführern, darunter 26 Busfahrern musste die Weiterfahrt untersagt werden.