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Fernbusverkehr

(Laufzeit bis 31.08.2012)

Hintergrund und Bedarfsanalyse

Im Rahmen der Diskussion über eine Änderung des Personenbeförderungsgesetzes, soll auch die Frage der erleichterten Erteilung von Genehmigungen von Fernbussen einen besonderen Stellenwert einnehmen. Das Schutzgesetz aus dem Jahre 1934 (1952 verschärft), das einen solchen Parallelverkehr zu Lasten der Schiene weitgehend untersagt, soll gebrochen werden.

Als Vergleich werden dafür oftmals Österreich, Großbritannien, Schweden und die USA herangeführt, wo der Fernbusverkehr einen deutlich höheren Marktanteil als in Deutschland hat. Mit einzubeziehen ist auch der grenzüberschreitende Verkehr und inwieweit der Fernbusverkehr in Konkurrenz zu einem aus öffentlicher Hand geförderten Regional- bzw. Gelegenheitsverkehr steht. Letzteres darf die Funktionsfähigkeit nicht gefährden. Außer Acht gelassen werden häufig die unterschiedlichen Voraussetzungen und Wettbewerbsumfelder einerseits, wie auch die Folgen einer solchen Entwicklung bezüglich der Lohn- und Sozialstandards für die Beschäftigten andererseits.

Die vorliegenden Untersuchungen zu diesem Thema weisen bezüglich der Wirtschaftlichkeit von Fernbusverkehren auf die niedrigen internen und externen Kosten dieses Verkehrsträgers. Man erwartet einen Marktanteil der Fernbusse von bis zu fünf Prozent. Dies entspräche nach ersten Schätzungen einem möglichen Gesamtvolumen von 5 Mrd. Euro.

Bezüglich der Lohn- und Sozialstandards liegen keine gesicherten Untersuchungen vor, aber die Betreiber von Fernbuslinien in anderen Länder - z. B. die First Group Ltd., als Betreiber der Greyhound Busse in den USA - und andere Ankündigungen von Unternehmen durch Fernbusse den Markt der Billigangebote zu ergänzen, lassen hier negative Folgen für die Lohn- und Sozialstandards der im Fernbusbereich tätigen Beschäftigten erwarten. Insbesondere kann dies negativen Einfluss auf die Arbeitsplätze und deren Sozialstandards nehmen.
Letztlich bleiben in dieser Diskussion derzeit ebenfalls die Folgen für die anderen Busverkehre in Deutschland außen vor. Hier vor allem die Folgen für derzeit noch durch den Nah- und Regionalverkehr angebundene, aber wirtschaftlich nur bedingt lukrative Strecken. Aber auch die Folgen für die wirtschaftlich lukrativen Strecken, die Marktanteile verlieren würden. Daraus resultiert die Frage, ob es zu einem bedeutenden Rückgang der Nahverkehrsbusse durch Fernbusse kommen kann und wie sich das auf die Arbeitsplätze und die Lohn- und Sozialstandards der Beschäftigten auswirkt. Gleiches gilt für die Zubringerleistungen durch den Regional- und Stadtverkehr oder auf Gelegenheitsverkehre.

 

Ziel

In diesem Projekt sollen die Verkehrsströme untersucht werden und dabei die bisher genehmigten Fernbuslinien und bekannten Anträge auf neue Fernbuslinien einbezogen und fortlaufend ergänzt werden.

Bezüglich der bekannten Unternehmen, die Fernbuslinien anbieten oder anbieten wollen, werden im Rahmen des Projekts die zugehörigen Geschäftsmodelle untersucht und ein Vergleich der Lohn- und Sozialstandards erstellt. So können ggf. eingeplante Wettbewerbsvorteile auf Kosten der Beschäftigten und daraus resultierender Druck auf die Beschäftigten aufgedeckt werden. Neben den Lohn- und Sozialstandards sollen dabei auch die erforderlichen Qualifikationsstandards untersucht werden.