Externe Dienstleister
(Laufzeit bis 31.10.2011)
Hintergrund und Bedarfsanalyse
In Zeiten einer komplexeren Arbeitswelt werden in vielen Branchen vermehrt kurzfristig oder zeitlich befristet Spezialisten benötigt und dadurch zum Teil vormals intern abgedeckte Aufgaben vermehrt an externe Dienstleister vergeben. Ein Argument hierfür ist, dass das Vorhalten des eigenen Personals nur für einen Grundstock an Leistung wirtschaftlich sinnvoll erscheint, aber oftmals ein größerer Leistungsumfang erbracht werden muss.
Dadurch hat sich in vielen Bereichen ein Wettbewerbsmarkt entwickelt, der um die Aufträge wirbt. Das Wettbewerbsumfeld der externen Dienstleister hat sich dabei in den letzten Jahren vor allem im Bereich der niedrigeren Qualifikationen derart zugespitzt, dass die Wettbewerber den Druck durch Kürzungen der Lohn- und Sozialstandards an ihre Beschäftigten weitergeben. Dies wirkt sich insbesondere als Unterbietungswettbewerb aus, der vor allem die Lohn- und Sozialstandards der Beschäftigten enorm belastet. Die Nichteinhaltung von gesetzlichen Vorschriften ist in der Branche keine Seltenheit. So können kurzfristig sowohl die Wettbewerber durch mehr Aufträge, wie auch der Auftraggeber durch sinkende Preise für die Dienstleistungen von diesem Wettbewerb profitieren. Dadurch erhöht sich aber der soziale Druck auf die Sicherung der Arbeitsplätze für die Beschäftigten im Kernunternehmen. Beispiel: DB Konzern.
Außer Acht gelassen wird dabei, dass dieser Preiswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten und zu Lasten der Qualität geführt wird. Allerdings ist eine zunehmend aufmerksame Öffentlichkeit nicht mehr bereit, Lohn- und Sozialdumping oder Verstöße gegen die Arbeitszeit und den Arbeitsschutz schweigend hinzunehmen. Hier richtet sich der Fokus des Interesses insbesondere auf den Auftraggeber und weniger auf den Auftragnehmer. Der Auftraggeber - gerade wenn er zum Beispiel ein großer Konzern wie die DB AG ist - wird somit in die Verantwortung für Missstände in den Unternehmen genommen, an die er Aufträge vergibt und ist gefordert, entsprechende Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Lohn- und Sozialstandards zu ergreifen.
Wir nennen beispielhaft:
Als erster Schritt gegen diese Gefahren durch externe Dienstleister im Bereich Gleissicherung, wurde gemeinsam mit den externen Unternehmen und den Unternehmen des DB Konzerns ein Qualitätskodex vereinbart und mit mobifair e. V. und unter Mitwirkung der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände ein Fairnessabkommen erarbeitet. Beide erfassen notwendige Qualitäts- und Lohn- und Sozialstandards. Beide Abkommen bleiben wirkungslos, wenn nicht bereits im Vorfeld die notwendigen Voraussetzungen für die Umsetzung geschaffen werden. Diese beginnen schon bei der Präqualifizierung der Unternehmen und der Ausbildung der Beschäftigten.
Oftmals lassen sich auch Verstöße und prekäre Beschäftigungsverhältnisse auf eine verbotene Untervergabe von Teilaufträgen durch die externen Dienstleister auf weitere Sub-Unternehmen zurückführen. Eine Praxis, die die Kontrolle erschwert und die Notwendigkeit der Abhilfe deutlich werden lässt.
Ziel
Ziel des Projektes ist es, die Einführung und Umsetzung von vereinbarten Qualitätskodexen und/oder Fairnessabkommen zu begleiten und unterstützende Maßnahmen zu entwickeln, die dabei helfen, dass beide Vereinbarungen auch gelebt werden. Dadurch soll eine hohe Qualität und eine hohe Sicherheit im Sinne der Kunden und der Unternehmen erreicht werden. Ebenso ist hier die Arbeitsplatzsicherheit und soziale Absicherung für die Beschäftigten im Kernunternehmen besonders zu beachten.
Konkret bedeutet das, dass im Rahmen der Erfassung der derzeitigen Situation das externe Wettbewerbsumfeld analysiert werden soll und ein Vergleich der Entwicklungen der Sozial- und Qualitätsstandards mit den internen Beschäftigten erstellt wird.
Zusätzlich wird im Rahmen des Projektes eine Erfassung der Verstöße durch externe Dienstleister erfolgen und es werden Vorschläge erarbeitet, die zukünftig eine bessere Überwachung der vereinbarten Standards ermöglichen. Dazu sollen auch die betroffenen Verbände in die Diskussion einbezogen werden und sich ihrer Verantwortung über den wirtschaftlichen Rahmen ihrer Unternehmen hinaus bewusst werden.
Unterstützt wird die Absicht einen für alle tragbaren Tarifvertrag in die Allgemeinverbindlichkeit zu bringen. Die Analyse soll ebenso einen Beitrag zur nachhaltigen Sicherheit liefern.






